Storytelling. I just to be so fragile.

Wann habe ich aufgehört ich zu sein? Wann habe ich aufgehört zu schreiben?
Hier sind ein paar ältere Blogeinträge, die ich nochmal in einem Post festhalten möchte.

Donnerstag, 27.10.2011
Morgen weiß ich, was heute für ein Tag war.  
Heute ist wieder einer der Tage, die so unglaublich emotional und
adrenalinhaltig sind. Es sind soviele Gedanken und soviele Gefühle
zwischen Freude, Ehrgeiz, Mut, Euphorie und Angst, dass ich den Tag
einfach in keine Schublade einsortieren kann. Ich habe kurz überlegt, ob
es vielleicht Sinn macht sich kurz auszuruhen und zu entspannen. Aber
heute kann ich nicht einfach aussteigen und still sein. Ich bin laut und
expressiv. Ich MUSS mich heute entfalten und kann nicht ruhig sein.
Mein Magen knurrt, aber ich kann nicht essen. Das Papier vor mir, die
Musik laut aufgedreht, der Pinsel in meiner Hand. 

Sonntag, 16.10.2011 
Die Nacht ist vorbei.
Es ist hell, die Sonne scheint, aber die Schatten in den Gesichtern sind
groß. Was in der Nacht passiert, bleibt in der Nacht? Falsch. In
unseren Köpfen verstecken wir die Peinlichkeiten des Abends. Den Wunsch
Ausgesprochenes rückgängig machen zu können. Die Menschen, die kotzend
in der U-Bahn saßen. Ein Tanz, vielleicht einer zuviel. Und vor allem
zuviel Alkohol im Blut. Sorgen von gestern ertränkt und heute wieder
nach oben gekehrt.
Nun ist der nächste Tag angebrochen. Und ich weiß, nächstes Wochenende wird nicht anders.
Ich nehme es mal mit Humor.  

Donnerstag, 17.11.2011
Die Welt hat sich nicht aufgehört zu drehen. Mein Herz hat nur aufgehört zu schlagen.

Ich laufe, es wird dunkel. Kopfhörer auf.
Die Musik erinnert mich an uns. An den Tag, an dem wir uns
kennenlernten. Das Lied, dass ich immer wieder hörte, weil es unser Lied
wurde. Der Tag an dem du dich verabschiedet hast. Es war ein Sonntag.
Du wolltest nicht zurückkehren. Die Nacht weinte ich durch und den
nächsten Tag auch. Und den darauf. So plötzlich, so unaufhaltsam. “Alles
Gute” hauchtest du.
Und ich dachte, “nein, das kann alles nicht wahr sein.” und es wurde
wahr. Mein Herz sprang in abertausende Splitter. Jetzt stehe ich hier
und sammele die Scherben auf. Ich will es nicht wieder zusammensetzen,
denn nur dann. Nur dann könnte es wieder zerbrechen.

Montag, 14.11.2011
And I’ll make it easier for you by being a little bitch.

Manchmal
frage ich mich, wie ich dir sagen kann, was du bist für mich, wie sage
ich, dass du mehr bist, als ich mir vorstellte, dass du anders bist,
dass du bist wie ich, dass ich dich nicht vergessen kann, dass du mal
alles werden könntest, alles und auch nichts, dass ich wenn ich bei dir
bin ich bin, dass jede Sekunde ohne dich, doof sein könnte, dass sich
alle Gedanken um dich kreisen könnten, wenn ich wollte, dass ich aber
nicht will, aber auch nicht genau erklären kann, wieso, dass ich sowieso
nicht weiß, was das eigentlich ist und was wir eigentlich sind, dass
das aber alles total in Ordnung ist und ich zufrieden bin und du
zufrieden bist, dass alles eigentlich sehr zufriedenstellend ist, dass
wir toll sind. 

Mittwoch, 04.01.2012
Eines nachts fand ich heraus, dass ich mich fand und das fand ich gut.

Wenn ich nachts aufwache weil ich deine Stimme hörte. Wenn es zu dunkel
ist, um dich zu sehen. Dann fühle ich nach dir, aber du bist nicht da.
Ich vermisse dich nicht. Kein Weg ist zu lang um ihn ohne dich zu
gehen. Du bist mein altes Ich und ohne dich ist es irgendwie besser. Ich
streifte dich nach Monaten ab und entsorgte dich. Manchmal merke ich,
dass ich nicht besonders sorgfältig war. Dann kommst du zurück und
klopfst an die Tür. Aber ich habe gut abgeschlossen und öffne dir nicht
mehr. Vielleicht bemerkst du irgendwann das  halbgeöffnete Fenster, aber
vielleicht kannst du mir dann nichts mehr anhaben.

Dienstag, 27.12.2011
Manchmal ist ein gutes Gespräch besser. Dann, wenn die Nähe genug war. Wenn der Platz zwischen uns zu eng wurde.

Das
Gefühl, kein Gefühl zu haben. Leere. Ich weiß nicht mehr, wie du
schmeckst. Ich weiß nicht mehr, wie es sich anfühlte, als ich fühlte.
Als du alles warst und ohne dich alles nichts. Wenn mein Herz stehen
blieb, weil du mich ansahst. Als ich mir wünschte, wir würden nie wieder
aufhören auf dieser Straße zu fahren. Und du lächeltest, weil du
spürtest, dass ich nie mehr aussteigen wollte. Wir stiegen aus und ich
bedankte mich für die Fahrt. Das war die schönste Reise. 

Die Beziehung mit Alkohol läuft zurzeit hochfrequentiert.
Wo
ist mein Alltag geblieben? Ich wünsche mir den Moment in der S-Bahn.
Ich wünsche mir mein Lachen zurück. Ich wünsche mir die fremden Menschen
zurück. Unwohl. Mir ist unwohl, ich bin nicht zuhause. Passiv beobachte
ich mein Umfeld. Meine Ansichten,
meine Wünsche haben sich in dem letzten Jahr stark verändert. Und jetzt
versuche ich mich zu erklären. Im selben Moment gebe ich auf. Ich
schweige. Und setze das Glas erneut an.  

Donnerstag, 19.01.2012
Wieviele Gläser willst du fallen lassen?
Gestern.
Fiel ein Glas runter.
Und ich sagte, es sei längst nicht das letzte Glas gewesen.
Es würde noch soviele Scherben geben.
Soviele Worte, die noch ungesagt sind.
Soviele Versprechen, sind noch zu brechen.
Soviele Herzen in deiner Stadt,
die du noch brechen kannst.
Soviele Gläser.  

Montag, 16.01.2012
Als ich neben dir saß.
“Boah, bin ich müde.” – “Gleich erstmal einen Kaffee trinken und dann
die Unterlagen vorbereiten…” – “Muss der Typ neben mir so unangenehm
riechen?” – Der Versuch die Gedanken der Menschen in der U-Bahn zu
rekonstruieren. “Ich will dich. Ich will dich. So sehr.” – dachte
ich. Bis ich es flüsterte: “Ich will dich so sehr.” Ein Lächeln über
deinem Gesicht. Und ich fragte mich, ob es das Schönste war, was jemand
jemandem sagte, auf genau dieser Fahrt an genau diesem Morgen.  

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